Starke Spannungen zwischen den traditionellen Gesellschaftsstrukturen und der sich wandelnden Geisteswelt charakterisieren die Epoche. Die naturwissenschaftlichen Entdeckungen eines Newton, Descartes oder Leibniz führten zu einer wissenschaftlichen Revolution und veränderten Weltsicht, der jedoch eine erstarkte feudale Ständegesellschaft gegenüberstand.
Besonders in den Künsten spiegelten sich die widersprüchlichen Lebensgefühle: Die Darstellung üppiger Lebensbejahung und die Prachtentfaltung weltlicher und geistlicher Fürsten mischte sich mit Todessehnsucht und dem starken Bewusstsein der Vergänglichkeit. Vielschichtige, überbordend ausgeschmückte und pathetische Darstellungen sowie stilistische Raffinesse prägten die verschiedenen Kunstgattungen – nicht selten in einem Ausmaß, das später als übertrieben und kitschig empfunden wurde.
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